Seite erstellt am 18.08.1998
 Seite aktualisiert am 19.12.2003

Aktivitäten: Gesundheitspolitik:
Deutsches Form für Prävention und Gesundheitsförderung: Gründung des Forums

(Bericht aus Report Psychologie 4/2003, S.216)

"Mit der Gründung des Deutschen Forums Prävention und Gesundheitsförderung am 11. Juli 2002 in Berlin und seiner Aufnahme in den Koalitionsvertrag der Regierung hat die Politik einen ersten Schritt zur Realisierung ihres Ziels getan, Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland nachhaltig zu stärken. Prävention und Gesundheitsförderung sollen neben der Akutmedizin, Rehabilitation und Pflege zu einer eigenständigen vierten Säule im Gesundheitswesen werden, aber dabei nicht nur als gesundheitspolitische, sondern vielmehr als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und angegangen werden. Die Steuerungsverantwortung hierfür liegt nunmehr beim Deutschen Forum Prävention und Gesundheitsförderung. Der hohe politische Stellenwert des Forums und seines anspruchsvollen Aufgabenpensums kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass die Gesundheitsministerin persönlich den Vorsitz des Plenums auf Spitzenebene übernommen hat.

Heftig kritisieren muss der BDP allerdings, dass er als Fach- und Berufsverband nicht in das Forum aufgenommen wurde. Anfragen an das Ministerium und eine kleine Anfrage im Bundestag über die CDU wurden nicht beantwortet. Nun sieht es so aus, dass zwar rund 50 Verbände, Institutionen und Behörden Mitglied im Forum sind, so der Deutsche Heilbäderverband – aber der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen fehlt. Ein unzumutbarer Zustand für ein Forum, dessen Gegenstand nicht zuletzt auf der Wissenschaft und Praxis der Psychologie basiert.

Ergebnisse von gesundheitsziele.de, die die Prävention betreffen (vgl. Gesundheitsziele für Deutschland), werden Grundlage der Arbeit des Deutschen Forums sein. Zudem soll das Forum Vorschläge für das geplante Präventionsgesetz entwickeln. Auch eine neue, gemeinsam getragene Organisationsstruktur (z.B. Stiftung) steht in der Diskussion, an der sich aber alle verantwortlichen Akteure und nicht nur die GKV beiteiligen müssten. Entscheidend für die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung wird letztlich aber sein, weitere Gelder von außerhalb des Gesundheitswesens zu akquirieren.

Das Forum hat derzeit vier Arbeitsgruppen eingesetzt:

  • Organisation und Recht (Federführung: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung),
  • Gesunde Kindergärten und Schulen (Federführung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung),
  • Gesunde Betriebe (Federführung: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit),
  • Gesund altern (Federführung: Bundesvereinigung für Gesundheit e.V.)

 

Die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) kommentiert die Gründung des Forums: "Noch viele Fragen offen - Zur Gründung des Forums für Prävention und Gesundheitsförderung"